Das Forschungs- und Innovationsprojekt „MeBeSafe – Measures for Behaving Safely in Traffic“ beschäftigt sich mit menschlichem Verhalten im Straßenverkehr als eine der häufigsten Unfallursachen und bezieht hier zudem sogenannte "vulnerable road user" wie Fußgänger oder Fahradfahrer mit ein.

Der Handlungsbedarf wird durch die Tatsache genährt, dass aktuelle Sicherheitsmaßnahmen, in der Infrastruktur oder auch im Fahrzeug selbst, entweder missachtet (Müdigkeitswarnung), zu spät wahrgenommen (Hinweisschilder, Lichtsignale) oder gar aktiv ausgeschaltet werden (Kollisionsvermeidungsassistent). Diesen Maßnahmen liegt die Idee zugrunde, bewusste Entscheidungsprozesse durch offensichtliche Maßregelung zu initiieren. Auf diese Weise sollen Verkehrsteilnehmer in eine gewünschte Richtung gesteuert werden, um Unfälle zu vermeiden.

MeBeSafe setzt dort an und basiert auf der Prämisse, dass menschliches Verhalten im Straßenverkehr weder bewusste Entscheidungsprozesse noch schiere reflexartige Automatismen benötigt. Hierzu verfolgt das Projekt das Konzept des Nudgings (engl.: Stupsen, leicht drücken), wodurch gewohntes, fehleranfälliges (Verkehrs-) Verhalten aufgebrochen und verändert werden soll. Nudging ist der Verhaltensökonomie entlehnt und wird eingesetzt, um menschliches Verhalten auf einer subliminal unterbewussten Ebene in eine gewünschte Richtung zu nudgen, jedoch ohne alternative Handlungsoptionen aktiv zu verbieten. Besondere Merkmale des Konzeptes sind die frühe Möglichkeit der bedarfsgesteuerten Intervention, lange bevor risikoreiche Situationen entstehen, sowie der hierdurch wenig invasive Charakter.

Das Konsortium wird im Rahmen des Projektes Nudging Maßnahmen entwickeln, planen und implementieren. Hierbei werden besonders die Anwendungsbereiche Infrastruktur (beleuchteter Fahrbahnbelag zur Darstellung von Trajektorien), Fahrzeug HMI (ADAS), aber auch elaborierte Coaching Maßnahmen betrachtet.

Kontakt

Stefan Ladwig, Dr. phil.
Institut für Kraftfahrzeuge (ika)
+49 241 80 23888
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Projektwebseite

www.mebesafe.eu

Projektdauer

05/2015 – 10/2020

Beteiligte Institute

Institut für Kraftfahrzeuge (ika), Institut für Straßenwesen (isac)

Projektpartner

SAFER/Chalmers, Volvo Cars, TNO, Shell, Heijmans, SWOV, University of Firenze, FCA Italy, Cranfield University, Cygnify, VUFO, BMW Group, OFFIS, Virtual Vehicle

Gefördert durch

Europäische Kommission (Horizon 2020)